Stadionverbot für acht Hooligans

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Erstellt am Dienstag, 11. November 2008

Stadionverbot für acht Hooligans
Werder reagiert auf Bochumer Vorfall

BREMEN (ODO). Sie hatten in Bochum ein Transparent entrollen wollen, das deutlich auf
ihre neonazistische Gesinnung hinwies. Umstehende Fans verhinderten dies, die Polizei
schritt ein (wir berichteten). Acht Hooligans, deren Daten von der Polizei erfasst worden sind,
erhalten nun Post von Werder Bremen. Der Klub spricht ein Stadionverbot gegen sie aus.
Auch der VfL Bochum wird ihnen künftig den Zutritt auf sein Gelände verweigern. Damit
sind erste Bedingungen erfüllt, ein republikweites Stadionverbot gegen die Rechtsradikalen zu
erwirken. Dies werde derzeit rechtlich geprüft, sagte gestern Werders Mediendirektor Tino
Polster.

Das Verbot für die Neonazis, die der Gruppe "Nordsturm" angehören, bezieht sich in Bremen
unter anderem auf das Weserstadion, den Kassenvorplatz und Platz 11. Damit dürfen sie auch
nicht mehr den Ostkurvensaal betreten. Mindestens einer von ihnen soll in den Überfall auf
Werder-Fans im Januar 2007 verwickelt sein. Das Verfahren schwebt, was rechtlich
wasserdichte Sanktionen bislang behinderte.

"Inferno" distanziert sich

Nach Informationen unserer Zeitung sollen die "Nordsturm"-Hooligans keine
Dauerkarteninhaber beziehungsweise regelmäßige Stadionbesucher sein. Angeblich treffen
sie sich vor der Arena und verfolgen die Spiele in der Gaststätte "Verdener Eck". Dass einer
von ihnen auch Mitglied des eingetragenen Fanklubs "Inferno" sein soll, wies der Klub
gestern energisch zurück.

"Inferno" war vor zehn Jahren gegründet worden und hatte jüngst sein zehnjähriges Bestehen
gefeiert. Im "Werder-Magazin" sah man ein Foto von dieser Feier, auf dem auch jener
Rechtsradikale zu erkennen war. "Es handelt sich bei der Person, die im Fokus steht, um ein
ehemaliges Mitglied! Wir verabscheuen die Geschehnisse aufs schärfste!!! Wir sind gegen
Gewalt und Rassismus!!!", schrieb "Inferno" gestern auf seiner Homepage. Angeblich tauchte
der Hooligan, der am Sonnabend in Bochum eine Hose mit der Aufschrift "NS - HB" trug und
als Gründungsmitglied von "Inferno" gilt, keineswegs auf Einladung des Klubs auf besagter
Feier auf.

"Solche Stadionbesucher brauchen wir nicht. Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und
werden wie bisher alles in unserer Macht Stehende umsetzen, um solche Szenen zu
verhindern. Wir sind stolz auf die wachsame Reaktion unserer Fans", heißt es in einer gestern
Nachmittag veröffentlichten Presseerklärung der Geschäftsführung von Werder Bremen.

Datum: 11.11.2008
Quelle: Weser-Kurier


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